Indien ist… (4)
Paula, 26. 03. 08|13:Mär
Im letzten Teil dieser Serie habe ich ja schon angefangen etwas über Jaipur zu erzählen. Jaipur ist eine Stadt in Rajasthan. Rajasthan liegt im Westen Indiens und grenzt an Pakistan. Es besteht hauptsächlich aus rot-gelben Wüstenlandschaften. Aus feministischer Perspektive ist dies eines der rückständigsten Bundesländer Indiens. Es gibt wenig Bildung für Frauen und ihr Platz ist zwei Meter hinter ihren Männern. Die Häufigkeit von Kopftüchern ist auch viel größer als in anderen Regionen Indiens.
Jaipur bezeichnet sich aufgrund des roten Putzes an ihrer Altstadt als pink City. Hinter den Mauern der Altstadt finden sich überfüllte, bunte Märkte mit Schmuckhändlern die Touristen übers Ohr hauen wollen. Einem solchen haben wir eine wunderschöne Kette für eine Freundin abgekauft. Mir selber habe ich 22Karat Goldohrringe gekauft. Das war sehr interessant, da ich dort genau aufgelistet bekommen habe, was welcher Teil der Fertigung und des Materials kostet. In der Mitte der Stadt ist ein astronomischer Garten den ein Maharadscha dort hingesetzt hat um astronomische Beobachtungen zu machen. Der ist teilweise echt bizar anzusehen. Ansonsten ist noch das Atiti Guesthouse zu erwähnen, die auch im Lonely Planet stehen, sie haben super Service und richtig saubere Zimmer.
Ausserhalb der Stadt steht noch ein Palast und eine Festung auf einem Berg in Amber. Dies war einer der beeindruckensten Teile unserer Reise. Wir hatten auch das große Glück eine wahnsinnig tolle Führung zu bekommen. Ich glaube unsere vielen Fragen haben dem Führenden auch gefallen. Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass wir etwa eineinhalb Stunden brauchen, alles in allem waren wir aber drei Stunden unterwegs. Der Gute hatte uns nämlich nach dem Ende der Führung noch mit nach Amber hinein genommen und uns einen alten Krishnatempel gezeigt und zu den Elephanten geführt weil wir interesse geäussert hatten einen zu reiten. Das fand ich letztendlich ziemlich schlimm weil die Tiere unter sauschlechten Bedingungen gehalten werden.
An dieser Stelle vom Palast zu schwärmen ist vielleicht etwas zu viel, da er aus vielen schönen Räumen und Diwanen bestand. So gab es einen Spiegelsaal und einen Monsoonpalast und dann auch noch älter Teile. Ich kann die Reise dahin nur empfehlen. Eines möchte ich jedoch noch beschreiben, den Kalitempel im Hof neben der Haupttreppe. Am Eingang muss man alle Elektronischen Geräte, seine Schuhe und alle Ledergegenstände lassen, eh man durch die mit Silber beschlagenen Türen gehen darf. Innen ist der Tempel mit weißem Marmor und roten Stoff geschmückt. Von oben fällt Licht durch die Decke. Am hinteren Ende steht eine schwarze vielarmige Statue der Göttin. Trotz ihres grausigen Aufzuges mit Schädeln und Blut schaut sie unheimlich einfühlsam und mitleidig. Der Bildhauer scheint wirklich was gekonnt zu haben, um die verschiedenen Aspekte der Göttin so eingefangen zu haben.
Wir waren noch in einer weiteren Stadt in Rajasthan, Udaipur. Das ist die Stadt, für alle James Bond fans, in der das Hotel auf dem See ist. Es scheint wirklich fast auf dem Wasser zu schweben. Wir haben uns hier ein paar Tage erholt, da es nicht wirklich viel zu sehen gibt, ausser noch ein paar weiteren Palästen. Ausserdem haben wir uns die ein oder andere Klamotte schneidern lassen.
Was mir hier besonders gefallen hat war Lala zu treffen. Udaipur ist bekannt für seine Minitaurmalerei. Lala war so ein Künstler. Wir trafen ihn als wir nach dem Schlossbesuch neben dem Haupttor rechts die Gasse herunter gingen und an seinem Atelier vorbei kamen. Drausen hatte er in Kisten kleine bemahlte Kettenanhänger ausgelegt, die ware schon faszinierend. Daraufhin het er gefragt ob er uns nicht auch noch ein paar Bilder zeigen kann. Wir haben zugesagt und uns mit ihm hingesetzt. Es gab erstmal Tee und er zeigte uns wie man die Haut auf seinem Milch chai richtig entsorgt. Dann hat er uns sein Portfolio gezeigt und darüber erzählt was er sich bei welchem Bild gedacht hat und was er daran toll fand. Nachdem er uns ein paar Bilder gezeigt hat, wusste er auch was wir mögen und hat uns all seine eigenen Lieblinge gezeigt. Dann hat er auch noch ein paar andere Miniaturanhänger herausgeholt und uns gezeigt. Einer war von der Göttin der Kunst und des Lernens. Der war noch sauberer gemalt als die anderen, den hat auch Diana bekommen. Wir haben letztendlich gut 100 Euro bei dem Mann gelassen für einige seiner Werke. Kommt mich mal besuchen, damit ich sie euch zeigen kann. Es waren ein paar wirklich schöne Stunden mit dem fröhlichen Künstler und Kunstlehrer. Ich habe seine Emailadresse, vielleicht schaffe ich es irgendwann mal bei ihm Unterricht zu nehmen.
Udaipur haben wir mit dem Flugzeug verlassen um dann in Maharashtra bei der Hochzeit meines Kollegen zu landen. Dazu aber mehr im letzten Teil der Serie.
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