[Politics] In Verteidigung der Ypsilanti
Paula, 16. 11. 08|10:NovSie habe Versprechen gebrochen. “Unter keinen Umständen eine Zusammenarbeit mit der Linken” sagte sie im Wahlkampf. “Keine Koalition mit der SPD” sagte der Gegner. Alle nicht-ausgeschloßenen Koalition verfehlten eine Mehrheit, die Linke war eingezogen ins Parlament. Der abgewählte Ministerpräsident blieb im Amt und die Ypsilanti versuchte doch noch aus der Wahl einen Sieg zu machen.
Sie habe in einem langen, auf vielen Gesprächen mit ihrer Parteibasis basierende, Prozess den Weg einer Minderheitsregierung unter Tolerierung der Linken als einzig gangbaren gefunden. Die Basis stimmte zu und vier Parlamentarier blockierten die Wahl. “Er könne das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren” sprach der Walter, der Ende 2006 die Spitzenkandidatur an die Ypsilanti verlor.
“Das ist nicht das was die Wähler wollen” geifert eine CDU-Dame im Fernsehen, als wenn die WählerInnen der Linken nicht auch einen Willen hätten. Koch habe keine Versprechen gebrochen, und wenn seien die nicht so schlimm scheint der Konsens zu sein. Warum ist unklar. Ach ja, er hat einen Penis. Er ist schon so lange im Amt und sie, die Ypsilanti nur so eine pretentiöse Schnitte, so eine Stewardess die sich einbildet Ministerpräsidentin sein zu können.
Sie solle ihre Machtgeilheit herunterschrauben. Aber ist sie nicht deshlab gewählt? Ist es nicht Sinn der Politik Macht zu erlangen um die eigenen Vorstellungen durchzusetzen? Oder gilt das nur für die bepenisten unter uns? Ist die (vermutliche) Vaginaträgerin immer noch ein so fremdes Wesen, dass man schokiert ist wenn solch eine auch Macht anstrebt?
Warum ich das schreibe? Weil ich das gegifte unter vermeindlich Progressiven und Linken nicht mehr ertragen kann. Davon hatten wir dieses Jahr aus den USA schon genug importiert. Weil ich als Feministin auch für Frauen einstehe deren Ansichten ich nicht teile, wenn sie aufgrund ihrer (vermuteten) Vaginaträgerschaft angegriffen werden.
3 Reaktionen auf “[Politics] In Verteidigung der Ypsilanti”

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am 20. 11. 08 um 12:20
Sehe ich genauso, eindeutig Chauvinismus.
Was mich an der Sache in Hessen aber auch gründlich ankotzt, ist die allgegenwärtige Scheinheiligkeit und Geschichtsklittung. Dass CDU und FDP nach dem Mauerfall die alten SED-Blockflöten aus Ost-CDU und LDPD übernommen haben und damit vermutlich ähnlich viele Ex-Stasi-Leute in CDU und FDP zu finden sein dürften wie bei den hessischen “Linken”, die ja zu einem großen Teil aus ehemaligen SPDlern besteht, darüber spricht in der Öffentlichkeit kaum jemand. Gerade auch die Presse nicht.
am 20. 11. 08 um 15:20
Das ist der andere Aspekt der nervt. Aber ich glaube es macht sich auflagenmäßig besser, wenn man Artikel über die bösen SED-Linken schreiben kann als über die Linke die einfach mehr umverteilen will als die SPD.
Pressefreiheit bringt eben wenig, wenn man sie nicht dazu einsetzt wirklich unabhängig zu berichten, sondern nur um die Auflage zu stärken.
am 22. 02. 09 um 13:22
Ich denke nicht dass es die einzige Aufgabe von Politikern ist um jeden Preis Macht zu erlangen, sondern gleichzeitig auch die Interessen der Wähler zu vertreten.
Sicher lügen viele Politiker, manche kommen damit durch – aber du kannst deshalb doch nicht verlangen dass das jetzt zur Regel erklärt wird.
Und wieso das Geschlecht der Ypsilanti eine Rolle spielen soll versteh ich auch nicht…diejenige die sich in der SPD zuerst gegen die Mindherheitsregierung mit den Linken gestellt hat war doch auch eine Frau!
Ich weiß den Namen grad nicht, aber die hat schon damals ganz am Anfang gesagt dass sie niemald da mitmachen wird weil ihr Mann in der DDR von der Regierung ermordet wurde. Deshalb wurde sie angehalten die SPD zu Verlassen…hat sie aber nicht sondern sondern tatsächlich verhindert dass die Linke in Hessen zukünftig bei allem das letzte Wort hat.
Mann oder Frau…wir wissen doch alle dass die Presse die Ypsilanti gefeiert hätte wenn sie gewonnen hätte, aber sie hat verlohren und wurde den Wölfen zum fraß vorgeworden – einer mußte doch die Verantwortung dafür übernehmen dass man bereit war sich mit den Linken in ein Bett zu legen.
Warum die Presse immer einer Meinung ist versteh ich auch nicht so ganz. Es sieht meißtens so aus als ob die BILD sich als einziges Blatt getraut zu Fakten immer gleich auch ne Meinung zu bringen wodurch es dann so aussieht als ob sie mehr Informationen hätten als die anderen, weshalb sich die anderen dann alle auf die BILD berufen statt selber zu berichten.
Und dass der Axel Spinger Verlag rechts ist ist ja bekannt.